Tobias Schwarz

Tobias Schwarz ist Coworking Manager des St. Oberholz und Mitgründer des Instituts für Neue Arbeit (IfNA).

Er hat Politikwissenschaft in München, Venedig und Berlin studiert, bevor er u. a. für Unternehmen wie McKinsey & Company Inc., Tumblr Inc., Bündnis’ 90/Die Grünen und die Netzpiloten AG arbeitete. Tobias ist im Gründungsvorstand der German Coworking Federation (GCF).

#Coworking #Blogger #Transformation

Nicht Trends erschaffen Innovation, sondern Menschen und Möglichkeiten

Coworking wird eines der wichtigsten Elemente der Zukunft der Arbeit. Warum das so ist, beantworten die verschiedenen Akteure in dieser Szene sehr unterschiedlich. Für mich liegt es vor allem an der Möglichkeit, in einer digitalisierten und sich immer mehr dezentral und ortsunabhängig organisierenden Arbeitswelt noch einen wirklichen Austausch mit anderen Menschen zu haben.

Der Wert der Community

Der eigentliche Wert eines Coworking Space liegt in seiner Community, den Menschen, die dort wirklich arbeiten. Sie alle gehen anderen Berufen nach, für andere Firmen und aus anderen Branchen. Sie sprechen andere Sprachen, kommen aus anderen Ländern, haben was Anderes gelernt und sehen die Welt mit anderen Augen als man selbst. Diversität multipliziert die Anzahl der Möglichkeiten.

Doch während der Arbeit in einem Coworking Space reden die meisten Menschen nicht miteinander, denn sie sind alle auf ihre Aufgaben fokussiert und kommunizieren elektronisch mit ihren Teams auf der ganzen Welt. Deshalb braucht ein jedes Coworking Space ein gutes Community Management, das die Mitglieder miteinander vernetzt, indem es Anlässe schafft, sich kennenzulernen.

Coworking Spaces, geprägt von Offenheit und Heterotopie, werden mitunter wohl die sozialsten Arbeitsstätten, die wir uns vorstellen können, denn das physische Treffen wird wichtiger werden und hier ganz anders wirken können.

Erst dann wirkt ein in Coworking Spaces bekanntes Phänomen, das als Grundlage von den an diesen Orten oft gesuchten Effekten wie Innovationen, Kreativität und Empowering diese erst möglich macht. Es ist die Serendipität, das was man findet, obwohl man es nicht gesucht hat, die den Unterschied macht und wirklich für Neuerungen sorgt, die einen Fortschritt darstellen können.

Persönliche Treffen werden wichtiger

Sich wirklich selber zu treffen, langsam kennenzulernen und vorsichtig Gedanken miteinander auszutauschen, bringt einem viel mehr als Dutzende teurer Workshops und Beratungen. Das physische Treffen wird heutzutage viel zu sehr unterschätzt, obwohl es doch, sei es bei einer Tasse Kaffee oder einem deliziösen Dinner zum Networking, sogar ein angenehmes Erlebnis sein kann.

„Innovation entsteht dann, wenn man zusammen frühstücken kann“, fasste der ehemalige netzpolitische Sicherheitsberater des US-Außenministeriums, Ben Scott, einmal auf einer Abendveranstaltung in Berlin treffend zusammen. Die Mahlzeit an sich ist dabei nicht entscheidend, viel mehr die Nähe und Bereitschaft, sich immer noch auch persönlich zu treffen, trotz Slack, Skype und Hangouts.

Orte wie Coworking Spaces, geprägt von Offenheit und Heterotopie, werden mitunter wohl die sozialsten Arbeitsstätten, die wir uns vorstellen können, denn das physische Treffen wird wichtiger werden und hier ganz anders wirken können, als es unsere bisherigen Meetings, mit unseren viel zu homogenen Kollegen in viel zu langweiligen Konferenzräumen, bisher vermochten.

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