Dr. Peter Geißler

Head of Digital Workplace bei Communardo Software GmbH

Dr. Peter Geißler optimiert bei Kunden die interne Zusammenarbeit und Kommunikation. Als Mitgründer des Knowledge Research Center e.V. (KRC) engagiert er sich, u. a. das Thema Wissensmanagement weiterzuentwickeln. Schwerpunkt seiner Dissertation ist die Herleitung eines wissensorientierten Managementansatzes zur Mobilisierung von Erfahrungswissen.

#DigitalWorkplace #Wissensmanagement #Transformation

Menschen und Informationen zu Wissen vernetzen

Wissensarbeit prägt als besondere Form geistiger Arbeit in Abgrenzung zu Routinearbeit unser tägliches Berufsleben. Wie die Zukunft der Wissensarbeit aussehen wird, dazu habe ich vier Thesen als Diskussionsgrundlage aufgestellt.

Arbeit wird zunächst einmal viel flexibler werden

Der Job von „9 to 5“ ist passé, morgens eine Videokonferenz in den eigenen vier Wänden, gehört bereits heute zum Alltag. Da diese aufgezeichnet wird, liegen die Entscheidungen und Folgeaufgaben bereits nach dem Meeting vor. Mehrsprachigkeit wird immer weniger zum Problem, da die Werkzeuge eine simultane Übersetzung mitbringen. Wir nutzen die Arbeitsruhe im Homeoffice, um ungestört zu arbeiten. Den Nachmittag nutzen wir dann bewusst im Büro, um persönliche Gespräche zu führen und in Workshops in Teams zu arbeiten. Mobile Werkzeuge und Cloud-Dienste helfen dabei, alle Informationen genau dort verfügbar zu haben, wo wir uns aufhalten und diese benötigen.

Mobile Werkzeuge und Cloud-Dienste helfen dabei, alle Informationen genau dort verfügbar zu haben, wo wir uns aufhalten und diese benötigen.

Routineprozesse vollkommen automatisieren

Routineprozesse werden in ihrer Arbeit weitestgehend von digitalen Assistenten übernommen. Das Auffinden von Terminoptionen wird genauso übernommen, wie die Reiseorganisation oder Abrechnungen. Durch vernetzte, digital vorliegende Informationen und agile Workflows kann der Mitarbeiter Abläufe selbst automatisieren, und in Kombination mit einer ausgeklügelten semantischen Intelligenz verbessert sich der Prozess fortlaufend. Der Assistent schlägt dann einen schnelleren Prozess vor – das kennen wir von unseren heutigen Navigationssystemen bereits.

Wirklich intelligente Arbeitswerkzeuge

Technische Helferlein (bots) übernehmen Arbeiten, die für uns bisher aufwändig waren. Wo wir früher Informationen aufwändig selbst zusammengesucht haben, um uns ein Bild zu machen, werden wir heute von Cloud-Werkzeugen unterstützt und entlastet. Ähnliche oder hilfreiche Dokumente muss man nicht mehr selbst kennen, ebenso den „richtigen“ Ablageort. Business Intelligence wertet rund um die Uhr Daten aus, bereitet diese grafisch auf und gibt uns Empfehlungen und Orientierung, die bisher als besondere Expertise von Kollegen galt.

Interaktion wird GROSS geschrieben

Der Arbeitsplatz war lange Zeit von Tastatur und Maus geprägt. „Touch“ wurde zum Standard eines jeden Smartphones. Selbst Großbildschirme nutzen diese, um in Meeting-Räumen ein haptisches Arbeiten an Modellen und Konzepten möglich zu machen. Der digitale Stift und damit die Handschrift kommen (wieder) verstärkt in Fokus. Heute schon sind digitale Formulare in der Lage, die Handschrifteingabe zu erkennen und zu übersetzen. Damit werden handschriftliche Meeting-Notizen auffindbar. Neue Interaktionsformen kommen dazu. Textnachrichten und Mailantworten werden per Sprache diktiert. Das Auffinden von Informationen wird damit auf Zuruf möglich. Auch Gestensteuerungen z. B. „per Wischbewegung zum nächsten Dokument“ erweitern unseren Interaktionsraum. Augmented-Reality-Szenarien mit digitalen Brillen lassen zudem den physischen und digitalen Wissensarbeitsplatz verschmelzen und werden die Zukunft der Wissensarbeit entscheidend verändern.

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